Amtswehrübung in Eggstedt – Gemeinsam für den Ernstfall

    Die Alarmierung erfolgte um 18:42 Uhr und ließ nichts Gutes erahnen: „FEU G Y – Gebäudebrand in einem landwirtschaftlichen Gebäude, zwei vermisste Personen.“ Viele Kameradinnen und Kameraden wurden dabei sprichwörtlich mitten aus dem Abendbrot oder den Vorbereitungen dafür herausgerissen – oder konnten dieses erst gar nicht mehr beginnen.

    Der Einsatzort befand sich in der Straße Paradies. Als wir dort eintrafen, war schnell klar: Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung. Für uns machte das jedoch keinen Unterschied. Jede Übung wird so durchgeführt, als wäre es ein echter Einsatz. Denn genau dafür trainieren wir.

    Das angenommene Szenario hatte es in sich: Durch Arbeiten auf dem Dachboden des Wirtschaftsteils war ein Feuer ausgebrochen. Eigene Löschversuche blieben erfolglos. Ein Mitarbeiter verletzte sich bei der Flucht schwer, zwei weitere fanden aufgrund der starken Rauchentwicklung den Weg ins Freie nicht mehr und galten als vermisst. Gleichzeitig drohte sich das Feuer auf den angrenzenden Bullen- und Jungtierstall sowie auf das Wohnhaus auszubreiten.

    Bei einer solchen Lage reicht eine Feuerwehr allein nicht aus. Deshalb wurden neben uns auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Hochdonn, Süderhastedt, Großenrade und Burg alarmiert. Unser erstes Fahrzeug traf innerhalb kurzer Zeit an der Einsatzstelle ein. Unser stellvertretender Wehrführer Ralf übernahm die Einsatzleitung und koordinierte während der gesamten Übung die zahlreichen Einsatzkräfte sowie die verschiedenen Einsatzabschnitte.

    Schon kurz darauf trafen die ersten Kräfte aus Hochdonn ein. Während sich Atemschutztrupps für die Menschenrettung ausrüsteten, wurde die Wasserversorgung über einen Hydranten aufgebaut. Wenig später unterstützten auch die Feuerwehren aus Süderhastedt und Großenrade die Einsatzmaßnahmen. Zusätzlich rückte der Einsatzleitwagen der Feuerwehr Burg an und unterstützte die Einsatzleitung bei der Koordination und Dokumentation des Einsatzgeschehens.

    Sobald eine stabile Wasserversorgung sichergestellt war, konnten die Atemschutztrupps mit der Suche nach den vermissten Personen beginnen. Parallel dazu wurde eine zweite Wasserversorgung aufgebaut. Das Löschwasser wurde hierfür aus einem nahegelegenen Graben entnommen. In der Straße Paradies herrschte zeitweise reger Betrieb – zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge und viele Feuerwehrleute arbeiteten Hand in Hand. Genauso würde es auch bei einem echten Einsatz aussehen.

    Aufgrund der sommerlichen Temperaturen wurde die Übung etwas verkürzt. Die Hitze verlangte allen Beteiligten einiges ab. Dennoch konnten die wichtigsten Übungsziele erfolgreich erreicht werden.

    Ausgearbeitet wurde das Szenario von unserem Amtswehrführer Hauke Pusch und seinem Stellvertreter Thomas Kusch. Beide beobachteten den gesamten Ablauf aufmerksam. Im Anschluss wurde die Übung gemeinsam ausgewertet, um Stärken hervorzuheben und Verbesserungspotenziale für zukünftige Einsätze zu erkennen.

    Auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der beteiligten Gemeinden verfolgten die Übung vor Ort und verschafften sich einen Eindruck von der Arbeit ihrer Feuerwehren.

    Eine kleine Begebenheit am Rande der Übung möchten wir ebenfalls erwähnen: Unser Absperrposten, der die Straße Paradies während der Übung gesperrt hatte, wurde von aufmerksamen Anwohnern kurzerhand mit einem Eis versorgt. Bei den hochsommerlichen Temperaturen war das eine willkommene Abkühlung und hat uns sehr gefreut. Vielen Dank für diese nette Geste!

    Unser Fazit: Hoffentlich wird ein solches Einsatzszenario niemals Realität. Sollte es dennoch dazu kommen, können wir uns auf unsere Nachbarwehren verlassen. Die Übung hat einmal mehr gezeigt, wie hervorragend die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren funktioniert. Jeder kennt seine Aufgaben, unterstützt die anderen und trägt dazu bei, dass auch größere Einsatzlagen gemeinsam bewältigt werden können. Genau diese starke Gemeinschaft macht unsere Feuerwehren aus.

     

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